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Brunnen

Brunnen selbst bauen und sparen

Ein eigener Brunnen? Richtig angepackt, spart ein Brunnenbau langfristig bares Geld und macht unabhängiger von lokaler Wasserversorgung. Wer lediglich den Garten bewässert, benötigt in Deutschland in den meisten Kommunen keine wasserrechtliche Genehmigung.

Bei Trinkwasser Brunnen sieht die Sache anders aus – fragen Sie vor Projektstart beim örtlichen Wasserversorger nach den geltenden Regularien, Grundwasserstand und Grundwasserpegelnetz.


Brunnenbau - worauf ist zu achten?

Unterschiedliche Grundwasserausbildungen sind zu beachten: Im Flachland bildet das Grundwasser eine Art „See“ auf einer Ebene, in gleichem Abstand zur Oberfläche. Im Gebirge (mit Festgestein) sollte der Brunnen an einem möglichst tiefen Punkt im Tal gerammt werden, da Wasser unterirdisch Richtung Tal fließt und am tiefsten Punkt als Bach zu Tage tritt.

Generell befinden sich zwischen den Kies- und Sandschichten des Bodens feinkörnige Schichten aus Lehm, Ton oder Schluff. Sie stauen das Grundwasser, das später ins nächste untere Stockwerk sickert. Im Gegensatz zu Sand und Kies gibt Lehmboden Grundwasser nur schlecht ab: Der neue Brunnen läuft sofort trocken.


Schachtbrunnen

Schachtbrunnen mit guter Speicherkapazität sammeln gemächlich nachströmendes Wasser über einen längeren Zeitraum an: Selbst bei einem Liter pro Minute ergeben sich so pro Tag mehr als 1000 Liter, eine ergiebige Wasserschicht vorausgesetzt. Durch die offene Schachtsohle (Kiesschüttung, Öffnungen im Mauerwerk) oder vertikale Filterstrecke strömt Grundwasser Richtung Brunnen.

Hygienisch einwandfrei ist der leicht zugängliche, in Oberflächennähe befindliche Schachtbrunnen nicht immer. Das Verfahren ist nur bei geringeren Tiefen, im Durchschnitt von acht Metern, erfolgversprechend und wirtschaftlich.

Auch auf kleinen Grundstücken mit flacher Böschungskante kann ein Schachtbrunnen, z. B. per Seilzugbagger oder manuell geschaufelt, eingerichtet werden. Einzelbrunnen haben Durchmesser von einem bis eineinhalb Metern. Der vertikale Schacht wird mit Hilfe von Betonringen oder Mauerwerk gesichert: Der erste, unterseitig mit Stahlschneide ausgestattet, wird exakt auf eine kleine Aushubmulde aufgesetzt. Darunter wird nun freigeschachtet, anschließend ein nächster aufgelegt, bis Wasser zu sehen ist. Bei größeren Tiefen arbeitet man über Dreibock mit Seilrolle, um erdgefüllte Eimer nach oben zu ziehen – eine etwas zeitaufwendige Prozedur.


Schlagbrunnen

Zur Errichtung eines Schlagbrunnens (auch Ramm- oder Abessinierbrunnen) wird ein spitzes Rohr mit unterhalb befindlicher, maximal zehn Meter tief reichender Filterstrecke bis in das Grundwasser „hinabgerammt“. Der ideale Boden für diesen Brunnen besitzt eine wasserführende, lockere Gesteinsschicht.

Ein Schlagbrunnen eignet sich für kleinere Anlagen, geringere Tiefen und damit für den Kleinverbraucher, ist jedoch kein Trinkwasserbrunnen. Leicht errichtet, ist seine Lebensdauer mit etwa fünf Jahren relativ kurz: Das Filterrohr setzt sich leider mit der Zeit zu.

Schlagbrunnen sind im Baumarkt als Komplettset erhältlich. Eine elektrische Brunnenramme aus Stahlrohr mit Schlagaufsatz treibt das Rohr in den Erdboden ein. Der Filter ist mit Schlitzen bzw. Öffnungen ausgestattet und an seiner Einschlagspitze gegen Beanspruchungen hart kunststoffbeschichtet. Das nun noch um 20 Zentimeter aus dem Boden ragende Rohrende ist gegen Undichtigkeiten sorgfältig einzuhanfen. Am letzten Rohrende wird nun die Pumpe angeschlossen.


Brunnen bohren

Hier wird bis zum Grundwasserleiter gebohrt, im wasserführenden Bereich ist eine Filterstrecke üblich: Sie verhindert, dass der Boden ausgeschwemmt wird und in den Brunnen gelangt. Das Bohrbrunnen Verfahren eignet sich für große Tiefen von 1000 Metern und mehr. Entsprechend ist schwereres Bohrgerät unverzichtbar. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, legt die Bohrung in die Hand eines Fachbetriebs.

Sie möchten es in Eigenregie versuchen? Dazu brauchen Sie:

Ist Ihr Erdbohrer zur Grundwasserschicht vorgedrungen, setzen Sie das Bohrrohr ein und verwenden die Kiesbüchse. Achten Sie darauf, dass die Außenseite des Bohrrohres beim Entleeren der Kiesbüchse trocken bleibt. Andernfalls kämpfen Sie im Zwischenraum zwischen Brunnen Bohrrohr und Erdreich mit einer klebrigen Masse - das Rohr lässt sich nicht mehr herausziehen. Ein Erdwall um das Bohrloch verhindert, dass Wasser eindringt.

Zu Beginn des Büchsens leiten Sie Wasser in das Brunnen Bohrloch ein: So entsteht der notwendige Sog für das Fördern von Kies und Sand. Anhand von Bohrgutproben entscheiden Sie über die Beschaffenheit der späteren Filterschlitze.

Wählen Sie für den Filterrohrbereich eine gute Kiesschicht. Ganz unten ist ein Sumpfrohr (Vollrohr) zum Aufschrauben der Filterrohre eingebracht. Diese dürfen nie bis zur Grundwasser-Oberfläche reichen: Beim Pumpen entsteht ein Absenkungstrichter – der Filterrohrbereich wird ansonsten trocken gelegt, es kommt zu Bodenlufteintrag und Filterschäden.

Ist das Brunnen Rohr eingebaut, wird Filterkies aufgeschüttet und das Bohrrohr herausgezogen. Nachdem Sie bis zur Oberkante mit Bohrgut verfüllt und für ein gutes Setzen gewässert haben, verhindert eine optisch attraktive Brunnenstube Eindringen von Oberflächenwasser. Ihr Abschluss besteht entweder aus einem Betondeckel mit Griff oder, etwas edler, aus einem Gussdeckel inklusive Belüftungshaube.


Horizontalfilterbrunnen

Für einen Horizontalfilterbrunnen bzw. Horizontal Brunnen sind horizontale Bohrungen (mit Filterstrecken) im Grundwasserkörper vorzunehmen, ausgehend vom Schacht. Je nach Ergiebigkeit des Grundwasservorkommens wird durch saugende Pumpen oder unter Wasser installierte, motorisierte Tauchpumpen gefördert.

Verwendet werden hier horizontal liegende Rohre, die mit leichtem Gefälle jeweils in einem vertikalen, wasserdichten Sammelschacht enden, wobei hydrostatischer Druck das Wasser in den Sammelschacht presst. Diese Filterrohre sind pro Strang zwischen 15 und 30 Metern lang, der Schacht maximal 50 Meter tief. Mehrere Rohrebenen übereinander bilden so genannte Filtersterne, die einzeln mittels Schieber absperrbar sind. Eine Abdeckung schützt diesen Brunnen Typ vor Verunreinigung; außerdem sollten Sie den Schacht seitlich abdichten.

Dieser langlebige Brunnen Typ verschlingt kaum Raum an der Oberfläche und ist vor allem dort wirtschaftlich, wo extrem ergiebige Grundwasserleiter vorhanden sind, mit nicht-lehmigen, aus Lockergestein bestehenden Bodenschichten. Besonders Industrieanlagen mit immensem Wasserbedarf bedienen sich Horizontalfilteranlagen.

Diese stellen eine echte Alternative zur Brunnen Galerie mit einer Reihe an Vertikalbrunnen dar. Der Nachteil: Sinkt der Wasserspiegel im Schacht, fallen erhöhte Förderkosten an.


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