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Wasser enthärten - physikalische und chemische Möglichkeiten

Wasser ist unbestritten das wichtigste Lebensmittel der Welt. In Deutschland ist die Qualität als Trinkwasser grundsätzlich sehr hoch. Unterschiede jedoch sind sichtbar und man schmeckt es auch. Dieser Umstand ist diversen Härtegraden je nach Region geschuldet.

Man erkennt kalkhaltiges Wasser an hässlichen Kalkablagerungen an Armaturen in Bad, WC und Küche. Sie als Leser dieses Artikels haben sich entschieden, den Kalk loszuwerden und das Wasser weicher zu machen. Hierzu gibt es ebenso viele Methoden wie Meinungen. Wir halten uns an die Fakten, um Ihnen die Entscheidungsfindung zu erleichtern. Herstellerangaben und Preise lassen wir bewusst außen vor.

Dazu erklären wir so kurz wie möglich anhand von Beispielen den Unterschied zwischen chemischer Reaktion und physikalischem Vorgang.

Gibt man Salz in ein Glas mit Wasser, bleibt jeder dieser Stoffe, was er ursprünglich ist. Wenn das Wasser verdunstet ist, bleiben Salzrückstände. Ein rein physikalischer Vorgang. Nehmen wir Brausepulver anstatt Salz, verbinden sich die Stoffe Wasser und Säure der Brause, es blubbert im Glas, aus dem Natriumhydrogencarbonat werden Natriumcarbonat und Kohlendioxid. Das ist eine chemische Reaktion.

Es gilt als Faustregel: bei physikalischen Vorgängen verändert sich die Zusammensetzung der Stoffe nicht, es entstehen keine neuen Stoffe. Bei chemischen Reaktionen verwandeln sich die Ausgangsstoffe in neue Produkte.

Bei den nachfolgend beschriebenen Methoden handelt es sich jeweils um die Empfehlungen der Hersteller. Verbraucherzentralen warnen vor hochgesteckten Versprechen, die zum Kauf von meist teuren Anlagen animieren sollen. Tatsache ist, dass hartes Wasser nicht ungesund ist. Kalkflecken sind unschön für die Optik, lassen sich aber mit Essigwasser oder Zitrone leicht entfernen.

Wenn man in die Trinkwasser-Installation eingreift, muss man sich darüber bewusst sein, dass fachkundige, regelmäßige Wartung nötig ist. Damit soll verhindert werden, dass sich Keime bilden und Schadstoffe in das Abwasser gelangen.

Obwohl das Trinkwasser in Deutschland im Prinzip keiner Nachbehandlung bedarf, hat eine Wasserenthärtung gewisse Vorteile:

Folgende Methoden werden angeboten:


Physikalische Kalkwandler

Sie basieren auf elektromagnetischen, magnetischen oder Hochfrequenz-Feldern und sollen verhindern, dass sich Kalk ablagert. Klingt sauber und umweltfreundlich, aber ist laut den Verbraucherzentralen weitgehend wirkungslos.

Ionentauscher

Bei diesem Verfahren werden dem Wasser die Magnesium- und Calciumionen, sprich der Kalk, entzogen. Sie werden ausgetauscht gegen Natriumionen. Der Kalk ist zunächst weg, aber die Mineralien auch. Natrium hingegen belastet das Trinkwasser. Aus Sicht der Ernährungswissenschaft kein guter Tausch.
Weiterer Nachteil kann der hohe Anschaffungspreis sein. Außerdem: Wenn das Wasser längere Zeit steht, können sich Keime bilden oder vermehren.
Vorteil: Keine Chemie im Spiel

Wasseraufbereitung mit Umkehrosmose

Hierbei wird das Wasser mit hohem Druck durch eine Membrane gepresst. Diese ist halbdurchlässig und hält große Moleküle wie Phosphate, Schwermetalle und Nitrate zurück. Allerdings können auch Mineralien teilweise nicht passieren.

Wenn ein Liter gereinigtes Wasser gewonnen werden soll, müssen drei Liter Wasser durchgepresst werden. Dies kann im Vergleich von Aufwand und Ertrag zu hohen Kosten führen. Zusätzlich ist die Membrane anfällig für Keimbildung.

Dieses Verfahren taugt nicht für das gesamte Wassersystem innerhalb einer Wohnung. Es muss Platz finden beispielsweise unter der Spüle und ist nur für diese eine Zapfstelle geeignet.
Daraus ergibt sich der Vorteil eines erschwinglichen Preises. Kommt außerdem ohne Chemie aus.


Chemische Methoden zur Wasserenthärtung

Diese werden in der Regel für größere, öffentliche Einrichtungen verwendet, die weit höhere Anforderungen stellen. Man denke an Schwimmbäder, Krankenhäuser, Gastronomie, Hotelgewerbe.

Obwohl der Verbraucher natürlich auf den Begriff Chemie misstrauisch reagiert, versprechen diese Hersteller, dass man Inhaltsstoffe weder schmeckt noch riecht. Die aufbereitete Trinkwasserqualität erfüllt die erforderliche Norm und ist nicht gesundheitsschädlich. Sie soll Ablagerungen an Rohrleitungen, Korrosion, Entstehung von Schleimbildung und Mikroorganismen verhindern und die Umwelt nicht belasten.

Vorstehende Zusammenfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll einen groben Überblick in die Thematik bieten und bei der Entscheidungsfindung behilflich sein.


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