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Erdbau

Baugrube in Eigenleistung ausheben - immer sinnvoll?

Erdarbeiten stehen am Beginn der Baumaßnahmen auf dem Grundstück. Nicht ganz billig, aber fachgerecht ausgeführt, leiten sie Lasten in den Untergrund ab. Soll es ein gemauerter oder ein Fertigkeller sein? Auch Fertigkeller kosten oft mehrere zehntausend Euro. Ein verführerischer Gedanke beim Hausbau: Die Baugrube selbst ausheben und dann eine Baufirma mit dem weiteren Keller-Bau beauftragen.

Doch lohnt es sich, eine Baugrube in Eigenregie auszuheben? Nicht nur moderne Baugeräte (Bagger), auch umfangreiche Fachkenntnisse aus Bodenmechanik und Geologie sind nötig, um Bodenklasse und Grundwasserstand zu bestimmen oder die Bodenebene einzumessen.

Ausreichende Fachkenntnisse mal vorausgesetzt, lassen sich auch bei Erdbau Projekten tausende Euro einsparen. Glücklich, wer derart handwerklich versiert ist – Eigenkapital in Form von Eigenleistungen finden nicht zuletzt bei Darlehenskonditionen Berücksichtigung.

In allen anderen Fällen wird Dilettantismus beim Hausbau mit unkalkulierbaren Komplikationen belohnt, man zahlt drauf: Nicht zuletzt, weil sich im Boden durchaus noch Reste früherer Bauten oder sogar Fliegerbomben aus dem Weltkrieg befinden können. Handwerklich begabte Laien sollten sich auf Baugruben für kleinere Vorhaben wie den Garagenbau auf dem Grundstück zufrieden geben, wo es auch ohne schweres Gerät, LKW-Führerschein und große Bagger geht.


Erdarbeiten Kosten

Lässt man Erdarbeiten von einem Erdbauer durchführen, ist mit Kosten für Erdaushub und Lagern an der Seite von zwischen 2 und 4 Euro/m³, für Aufladen und Entsorgen zwischen 12 und 16 Euro/m³ zu rechnen.

Die Kosten für Erdarbeiten hängen von der Region, der Lage der Baustelle, der jeweiligen Bodenklasse (Deponiegebühren werden so festgelegt) und der Menge des Aushubs insgesamt ab. Die Bodenbörse der IHK informiert über die Höhe der Preise für die Entsorgung des Bodenaushubs. Geld spart, wer sich mit gleichgesinnten Nachbarn zusammentut.


Erdbau - Rechtliches

Wer ein Untergeschoss (Keller) errichten will, benötigt ein Bodengutachten, das u. a. Aussagen über die Neigung der Böschung enthält. Letztendlich legt die Baubehörde die Tiefe der Baugrube fest - verbindlich.

Das Konzept für den Boden Aushub muss im Vorhinein stehen und regelt Wiederverwertung und Entsorgung – die Abfallgesetzgebung verlangt es. Vor dem Start sind fachlich orientierte Bauhelfer bei der Berufsgenossenschaft zu melden: Welcher Stundenlohn wird gezahlt, wie viele Arbeitsstunden fallen für das Ausheben an?


Erdarbeiten - Versicherungen

Alle Vorgaben zur Arbeitssicherheit und Verkehrssicherung sind einzuhalten: Der Bauherr ist in der Pflicht bzw. Haftung durch seine Versicherung. Hier sichert die Bauherrenhaftpflicht gegen Ansprüche Dritter ab, denn auf Baustellen treten schnell mal Personenschäden im sechsstelligen Bereich ein, etwa, wenn spielende Kinder in die Baugrube fallen. Ein Schild: „Eltern haften für Ihre Kinder“ genügt hier kaum.

Für die Bauhelfer sind die gesetzlich vorgeschriebenen Unfallversicherungen abzuschließen. Bauherr und helfende Nachbarn werden im Schadensfall über die Bauherrenhaftpflicht entschädigt. Bauherren tun allerdings gut daran, auch für sich selbst (z. B. für den Krankheitsfall) eine Ausfallversicherung abschließen.


Die Baugrube ausheben

Zur Baugrube gehört nicht nur der Raum unter der Geländeoberfläche, der den Keller-Bereich des Bauwerkes aufnimmt. Auch Arbeitsraum ist zur Errichtung des Gebäudes erforderlich. Die Baugrubensohle begrenzt nach unten, die Böschung bzw. der Baugrubenverbau zu den Seiten. Bei genügend Raum auf dem Grundstück bietet sich eine geböschte Baugrube an - für ein einfacheres und günstigeres Vorgehen.

Welche Arbeiten sind beim Erdbau (mit Bagger) auszuführen? Nachdem der Oberboden abgetragen ist, wird die Baugrube ausgehoben, eine Filterschicht eingebaut und der Arbeitsraum verfüllt. Außerdem sind Kanalanschlüsse für das Haus freizugelegen und RV-Schächte einzubauen. Liegt die Sohle unter dem Grundwasserspiegel, legt eine Grundwasserabsenkung die Baugrube trocken. Innerhalb wie außerhalb der Baugrube sind dazu Gravitationsbrunnen zu bohren.

Der Arbeitsraum sollte wenigstens einen halben Meter breit sein, oberhalb der Baugrube bleibt ein mindestens 60 cm breiter Schutzstreifen frei. Ein senkrechter Graben ohne zusätzlichen Verbau darf maximal 1,25 Meter tief sein - und das nur bei einer Neigung unter 1:10, bei bindigen Böden unter 1:2. Mutterboden sowie kies- oder sandhaltige Böden gelten als nicht-bindig und verlangen einen Böschungswinkel von höchstens 45 Grad. Bei bindigen Böden wie Ton, Schluff und Feinstkorn sind maximal 60 Grad erlaubt, im Felsgrund bis zu 80 Grad.

Immer ist die Baugrube gut abzusichern, die Wände abzustützen. Gruben ab Tiefen von 1,25 m sind gegen Abrutschen zu sichern. Je nach Böschungswinkel und Bodenart ist die Gefahr für die Standsicherheit unterschiedlich. Erschütterungen wie durch Straßenverkehr bei hohem Verkehrsaufkommen oder durch Grundwasser destabilisieren ebenfalls. Nach dem Ausheben der Baugrube wird selbige sorgfältig abgedeckt und vor Nässe geschützt. Nicht vergessen: Eine gute Absturzsicherung, in einigen Metern Abstand zur Baugrube als Bau Zaun oder mit Hilfe von Seitenteilen errichtet.

Ein Bauzaun um die Baustelle, z. B. aus Drahtgitter, Holz mit Betonfüßen oder Kunststoff schreckt ungebetene Besucher ab. Er sollte mindestens zwei Meter hoch und mit Warnschildern versehen sein.


Wohin mit dem Aushub?

Was tun mit dem Boden Aushub, der nach Verfüllen der Arbeitsräume noch übrig bleibt? Weiterverkaufen oder an Landwirte verschenken lässt er sich in den seltensten Fällen. Selbst wenn der Aushub nicht durch Chemikalien oder Öl verunreinigt ist, sind nur die oberen 30 Zentimeter lebender Mutterboden, darunter liegt tote Materie.

Die Entsorgung auf der Deponie ist nicht billig: Pro Kubikmeter sind oft 15 Euro und mehr zu zahlen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilien-Haus kommen oft 200 Kubikmeter und mehr zusammen. Was tun? Eventuell lässt sich der Boden Aushub für 3 bis 5 Euro pro Kubikmeter an ein Straßenbauunternehmen weiterreichen oder, wenn man Glück hat, ein stillgelegter Gemeinde-Steinbruch damit füllen – komplett kostenlos.


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