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Baukosten

Alle Baunebenkosten sicher im Blick

Kalkulieren Sie Baunebenkosten beim Hausbau mit spitzem Bleistift – andernfalls laufen schnell unkalkulierbare Summen auf. Denn Baunebenkosten, vom finanzierenden Geldinstitut meist pauschal mit bis zu 15 % der Bausumme (Haus-Baukosten) angesetzt, sind direkt nach Erwerb zu begleichen. Und sofern diese Nebenkosten 15 % übersteigen, verlangt die Bank detaillierte Nachweise über die tatsächlich angefallene Höhe.

Wir möchten Ihnen die wichtigsten Baunebenkosten kurz vorstellen.


Notargebühren

Zum Schutz des Käufers ist in Deutschland die Kaufabwicklung von Immobilien durch einen Notar gesetzlich vorgeschrieben. Im Allgemeinen vom Anbieter der Immobilie bestellt, ist er an eine Gebührenordnung gebunden – und berechnet üblicherweise 1,5 % des Kaufpreises für das Haus.

Nehmen Sie sich vor dem eigentlichen Notartermin zwei Wochen Zeit, den Notarvertrag in aller Ruhe zu prüfen. Spätestens beim Termin muss der Notar alle ungeklärten Fragen erschöpfend beantworten. Erfolgt der Kauf beim Bauträger, sind neben den Notarskosten des Grundstücks-Erwerbs auch Notarskosten des Haus-Anteils, Nebenkosten und Grundstücks-Anschlusskosten zu zahlen.


Grunderwerbssteuer

Je nach Bundesland erhebt in Deutschland der Fiskus um 3,5 % des notariell festgelegten Kaufpreises in Form von Grunderwerbssteuer. Ausnahme: Der Familienkauf – hier kaufen Kinder (in direkter Linie) von den Eltern. Beim Kauf von Fertighäusern mit Werkvertrag ist Vorsicht geboten – nicht zu Unrecht vermuten Finanzämter hier Koppelgeschäfte - auf den Kaufpreis des Hauses wird Grunderwerbssteuer zusätzlich aufgeschlagen. Bei Zahlung der Grunderwerbssteuer stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, die zwecks Eintragung ins Grundbuch beim Grundbuchamt vorzulegen ist.


Maklergebühren

Diese nicht selten fürstlichen Provisionen sind ebenfalls Teil der Hausbau Kosten. Wer allerdings meint, sich um die Bezahlung seines Maklers drücken zu können, sei hier gewarnt: Schon eine einfache Skizze eines Anfangsexposés beweist vor Gericht, dass ein rechtswirksamer Vertrag geschlossen wurde. Makler lassen sich ihre Leistung je nach Wirtschaftskraft der Region mit 3,57 bis 7,14 % des Kaufpreises bezahlen.


Bauversicherungen

Kreditgebende Institute fordern vom Bauherren bestimmte Versicherungen zur Absicherung des Risikos beim Hausbau: Hierzu gehören Bauleistungsversicherung, Bauherrenhaftpflicht, Feuerrohbauversicherung und Bauhelferversicherung – Bau-Versicherungen, die von den Versicherern dem Bauherren meist im Komplettpaket angeboten werden.


Bereitstellungszinsen

Apropos Baufinanzierung: Bei der Finanzierung des Bauvorhabens sind Bereitstellungszinsen einzuplanen. Je nachdem, ob diese Zinsen ab dem 3. des Monats oder vom 7. an anfallen, ist mit unterschiedlicher Kosten-Höhe zu rechnen. Im Allgemeinen werden 0,25 % der Darlehenssumme verlangt.


Baugenehmigungen

Vor dem eigentlichen Startschuss ist die Baugenehmigung einzuholen: Nach Prüfung Ihres Bauantrags stellt die Baubehörde einen Gebührenbescheid inklusive Aufstellung der Bearbeitungs-Kosten aus - bei einem 100 bis 150 Quadratmeter großen Einfamilienhaus zwischen 400 und 900 Euro. Jetzt ist sofortiges Zahlen angesagt: Die ersehnte Baugenehmigung wird erst nach lückenloser Zahlung der Gebühren ausgestellt.


Architektenleistungen

Wer ein auf individuelle Wünsche und Vorlieben zugeschnittenes Bauvorhaben realisieren möchte, sollte sich (bei Vollbeauftragung des Architekten) auf Kosten in Höhe eines Zehntels der gesamten Baukosten einstellen. Ein nicht unerheblicher Posten – nehmen Sie sich genügend Zeit für die sorgfältige Auswahl Ihres Architekten.


Nebenkosten der Bauphase

Endlich ist es geschafft: Alle Genehmigungen sind erteilt, die Verträge unter Dach und Fach – es darf gebaut werden. Auch jetzt entstehen eine Vielzahl Baunebenkosten. So ist die Bauwasserbereitstellung Bauherren-Pflicht. Neue Wasseranschlüsse sind bei der Trinkwasserbehörde vor Ort zu beantragen. Und nur entsprechender Wasserdruck garantiert, dass Putzer und Estrichbauer ihre Arbeiten fachgerecht ausführen können. Für Bauphasen zwischen drei bis sieben Monaten sollten Sie von durchschnittlich 300 bis 600 Euro für Bauwasser ausgehen.

Des Weiteren wird Baustrom, der tariflich leider kosten-intensiver als normaler Hausstrom ausfällt, gebraucht. Kleiner Trost: Eine Anschaffung von Baustromkästen entfällt, Elektriker vermieten hier gegen geringe Gebühr. Greift der Bauherr auf vorhandenen Strom oder Strom vom Nachbargrundstück zurück, ist er für die unausgesetzte Bereitstellung verantwortlich. Baustrom und Stromkastenmiete schlagen im Schnitt mit 500 bis 800 Euro zu Buche.

Wer im Winter baut, kommt um ein Beheizen des Baukörpers nicht herum. Alle Arbeiten unter Wassereinsatz wie Putz, Rohbau, Estrich und Sanitärarbeiten, aber auch Dacharbeiten sind bei Minusgraden nur eingeschränkt oder überhaupt nicht durchführbar. Sie haben die Wahl: Weiterbauen, zuheizen und Miete sparen oder alle Bauarbeiten für ein paar Winterwochen aufs sprichwörtliche Eis legen. Wer Elektroheizer (mit Leistungen um 9 kW) betreibt, zahlt durchaus 10 Euro und mehr pro Bautag.


Zusatzposten Prüfstatik

Manche Bundesländer wie Brandenburg, Berlin oder Hessen schreiben eine zusätzliche Überprüfung durch einen vom Bauamt bestellten Prüfstatiker vor, der u. a. die Bewehrung der Bodenplatte und Decken vor dem Ausgießen mit Beton prüft, einen Prüfbericht zum Rohbau erstellt, die notwendigen Leistungen freigibt und seine Leistung mit 1500 bis 2500 Euro nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) abrechnet.

Wer fürchtet, angesichts der Vielzahl an Baunebenkosten den Gesamtüberblick zu verlieren, setzt auf professionelle Unterstützung durch Spezialsoftware, die hilft, alle relevanten Aspekte der Baukosten und Baunebenkosten sicher im Blick zu behalten.


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