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Garten Bonsai

Bonsai Pflanzen für den eigenen Garten

Fernöstliche Gartenkunst macht staunen: Scheinbar per Zauberhand zu Miniaturen geschrumpfte Laub-, Nadel- und sogar Obstbäume gedeihen nicht nur im Haus, sondern auch in Freiland und Garten. Begeisterung ist gut, Geduld, Experimentierfreude und Fachkenntnis sind besser, wenn es um effektive Bonsai Pflege geht.


Freiland Bonsai Bäume

Freiland Bonsais sind etwas größer als Zimmer- oder Halbzimmerbonsais. Diese ausgewachsenen Unikate sind nicht ganz billig und keinesfalls mit Zwerghölzern aus dem Baumarkt zu verwechseln. Generell hat jeder Baum oder Strauch Bonsai Potential: Gut geeignet sind Pflanzen mit interessantem Stamm, einer überschaubaren Anordnung von Ästen sowie nicht zu großen Blüten oder Früchten.

Feldahorn-, Zierapfel-, Hainbuchen- und Ulmenbäumchen sind unkompliziert in der Pflege und werden aus Steck- oder Sämlingen gezogen oder als Jungpflanzen gekauft. Spezialgedüngte Azaleen erfreuen von Mai bis Juli mit überwältigender Blütenpracht. Knorrige Bonsais wie Wacholder, Eibe oder Hängeulme sind Ergebnis von Baumschnitten durch versierte Bonsai Profis.

Fans bunten Herbstlaubs bevorzugen Japanischen Ahorn in unterschiedlichen Bonsai Wuchsformen. Ebenfalls beliebt ist die auf den robusteren Wurzelstock der Schwarzkiefer veredelte Mädchenkiefer, ein kräftiger, frostunempfindlicher Nadelbaum mit einem Kleid aus blaugrün gestreiften, in Fünferbüscheln wachsenden Nadeln. Im Frühling blüht die Mädchenkiefer in winzigen roten bis violetten Blüten, um später kleine Zapfen zu tragen.


Bonsai Pflege und Gießmodus

Freiland Bonsais brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Platz, wobei das Laub von Buchen oder Azaleen keine Mittagshitze verträgt. Nadelbäume wie Kiefern sind da robuster.

Der Gießmodus variiert nach Standort, verwendetem Substrat, Größe der Schale und Jahreszeit. Gießen Sie den Bonsaibaum vorsichtig, sobald die Erdoberfläche zu etwa 80 Prozent abgetrocknet ist. Wässern per Gartenschlauch im Sommer? Im Prinzip ja. Aber lassen Sie zuvor stehendes Wasser aus dem aufgeheizten Schlauch ablaufen.

In der heißen Jahreszeit kontrollieren Sie besser zweimal täglich, ob Ihr Bonsai Baum noch ausreichend Wasser hat, sprich, der Wurzelballen gut durchfeuchtet ist. Stellen Sie dazu die komplette Schale bis zum Wurzelansatz ins Wasser. Hat sich die Erde nach etwa fünfzehn Minuten vollgesaugt, lassen Sie den Bonsai Baum einfach abtropfen.

Zu viel des Guten lässt allerdings seine feinen Haarwurzeln wegfaulen: Tauchen erste welke Blätter und trockene Zweige am Bonsai auf, ist jedes Gießen nur noch kontraproduktiv. Besonders im Winter wird kaum Wasser benötigt.


Der richtige Bonsai Dünger

Bonsais können - nach dem Austreiben! - mit anorganischem (Mineraldünger) oder organischem Dünger versorgt werden. Letzterer gibt die Nährstoffe langsamer an den Bonsai Baum ab; eine Überdüngung ist so kaum zu befürchten. Stickstoffreicher Dünger für schnelles Wachstum ist in guter Balance zu anderen Nährstoffen zu geben.

Andernfalls leidet die Widerstandskraft des Bonsai gegen Schädlinge und Erkrankungen. Im Herbst hilft Kalium, neue Triebe für die Winterzeit auszuhärten. Auch Phosphat, Magnesium und Spurenelemente helfen gedeihen und sorgen für leuchtend grünes Blattwerk, Frosthärte und gute Saugkraft der Wurzeln.

Substrat muss wasserdurchlässig sein und oft über einen bestimmten pH-Wert verfügen. Bonsai Erde besteht Mischungen unterschiedlichster Bestandteile wie wasserspeicherndem Lehm, körnigem Akadama oder Kanuma, Torf mit niedrigem pH-Wert, den Gasaustausch förderndem Lavagranulat, Kies, Sand und/oder wasserdurchlässiger Pikiererde. Denn jede Art verlangt eine ihren Bedürfnissen entsprechende Mischung.


Damit Ihr Bonsaibaum gesund bleibt

Trennen Sie totes Astwerk fortlaufend ab und kontrollieren Sie den Bonsaibaum regelmäßig auf Parasiten, Pilzbefall und Krankheiten. Sonne, Luft und Wind sorgen für kräftige Blätter, die nicht vor jedem hungrigen Schädling kapitulieren.

Eine universelle Bonsai Pflegeanleitung gibt es nicht. Jeder Bonsaibaum benötigt individuelle Pflege und genaues Beobachten kleinster, eventuell krankhafter Veränderungen. Bei optimalen Wachstumsbedingungen und sorgfältiger Pflege erreichen diese Baumzwerge ein stattliches Alter von mehreren Jahrzehnten.


Bonsai Schnitt

Regelmäßiges Stutzen von Wurzeln und Ästen halten einen Bonsai Baum klein, der wie seine imposanteren Verwandten altert und verholzt. Falls Sie das Schneiden vergessen, stellt der Bonsai das Austreiben vielleicht dauerhaft ein.

Das Wachstum des Bonsai orientiert sich an der Ausrichtung der Knospen: Setzen Sie Ihre Gartenschere entsprechend an. Regelmäßiges Pinzieren schafft üppige Verzweigungen. Nadelbäume können Sie in März und April bzw. von Juni bis September gestalten. Pinzieren Sie Triebe im Frühjahr auf etwa die Hälfte oder schneiden Sie sie mit einer scharfen Schere zurück.


Überwintern des Bonsai

Das ganze Jahr im Freien stehende, winterharte Freiland Bonsais ertragen auch Minusgrade von mehr als zehn Grad; alle Nadelbäume gehören dazu. Trotzdem lieben sie es, wenn man ihren Erdballen mit einer Umhüllung aus Sackleinen gegen Durchfrieren schützt.

Sie können Ihren Bonsaibaum auch inklusive Schale in den Boden einlassen oder (in einem Behältnis) mit ausreichend Torf bedecken. Warme Wohnungen sind jedoch Gift: Freiland Bonsais gehen sie bald ein, denn sie brauchen ihre Winterpause.

Baumschulen und Bonsai Fachhandel führen ein umfangreiches Sortiment geeigneter, bereits vorbereiteter Outdoor Jungpflanzen. Ausgewiesene Bonsaisamen gehören leider in das Reich der Ammenmärchen. Und selbstverständlich kann man sein Rohmaterial auch klassisch japanisch als „Yamadori“ direkt in der Natur sammeln.


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